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Ratgeber Onlineshop

Checkliste Onlineshop. Was Sie vor dem Start klären sollten.

Ein Onlineshop ist mehr als eine Website mit Warenkorb. Zahlung, Versand, Rechtstexte und Produktdaten wollen vorher geklärt sein. Diese Checkliste hilft Ihnen, nichts Wichtiges zu vergessen.

Agentur aus Berlin · seit 2014 · für ganz Deutschland

Kurz gesagt

Vor dem Start eines Onlineshops sollten Sie das passende Shopsystem wählen, Zahlungsarten und Versand festlegen, rechtssichere Texte über einen Anwalt oder spezialisierten Partner einbinden und vollständige Produktdaten mit guten Bildern vorbereiten. Prüfen Sie außerdem, ob das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Sie gilt. Für den Verkauf braucht es zusätzlich einen Plan, wie Kunden den Shop überhaupt finden.

Vorab: Sortiment, Zielgruppe, Kalkulation

Bevor es um Technik geht, sollten die geschäftlichen Grundlagen stehen. Viele Shops scheitern nicht am System, sondern an Margen, die Versandkosten und Gebühren nicht tragen.

  • Sortiment festlegen: Wie viele Produkte zum Start, wie viele in einem Jahr?
  • Varianten klären: Größen, Farben, Ausführungen, Sets
  • Zielgruppe und Liefergebiet: nur Deutschland, EU oder weltweit?
  • Endkunden, Geschäftskunden oder beides: Das beeinflusst Preise, Steuern und Funktionen
  • Kalkulation prüfen: Einkauf, Zahlungsgebühren, Verpackung, Versand, Retouren, Marketing
  • Lager und Warenwirtschaft: Verkaufen Sie auch im Laden oder auf Marktplätzen?

Rechnen Sie mindestens ein Produkt einmal komplett durch: Was bleibt übrig, wenn ein Kunde mit Rabattcode bestellt, per Kreditkarte zahlt und die Ware anschließend zurückschickt? Diese Rechnung zeigt schnell, ob Preise und Versandkosten tragfähig sind. Klären Sie außerdem steuerliche Fragen mit Ihrem Steuerberater, bevor der erste Verkauf läuft.

Das passende Shopsystem wählen

Es gibt kein bestes Shopsystem, nur ein passendes. Die Wahl hängt von Sortiment, Budget, Wachstumsplänen und Ihren eigenen Technikkenntnissen ab.

  • WooCommerce: Erweiterung für WordPress, gut, wenn Website und Shop eng verbunden sein sollen
  • Shopify: Mietlösung mit monatlicher Gebühr, Hosting und Updates übernimmt der Anbieter
  • Shopware: verbreitet im deutschsprachigen Raum, für wachsende Sortimente und B2B
  • JTL-Shop: sinnvoll, wenn Sie bereits die JTL-Warenwirtschaft nutzen
  • PrestaShop: quelloffen und flexibel, mit vielen Modulen

Fragen Sie sich: Wer pflegt den Shop im Alltag? Brauchen Sie Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Buchhaltung oder Marktplätzen? Wie hoch sind laufende Kosten für Lizenzen, Apps und Hosting? Einen Überblick gibt die Seite Onlineshop, Details etwa unter WooCommerce oder Shopify.

Zahlung und Versand

Fehlt die gewohnte Zahlungsart, brechen viele Kunden den Kauf ab. Unklare Versandkosten ebenso. Beides sollte vor dem Start stehen, denn Zahlungsanbieter prüfen neue Händler oft erst einige Tage, bevor das Konto freigeschaltet wird.

  • Gängige Zahlungsarten anbieten, zum Beispiel PayPal, Kreditkarte, Rechnungskauf, Apple Pay oder Sofortüberweisung
  • Zahlungsanbieter vergleichen: Gebühren pro Transaktion, Auszahlungsdauer, Vertragslaufzeit
  • Versanddienstleister wählen und Konditionen verhandeln
  • Versandkosten klar anzeigen, möglichst schon auf der Produktseite
  • Versandkostenfrei-Grenze durchrechnen, bevor Sie sie versprechen
  • Lieferzeiten realistisch angeben
  • Retourenprozess festlegen: Wer zahlt, wie läuft die Rücksendung ab?
  • Verpackung und Versandetiketten organisieren, idealerweise mit Anbindung ans Shopsystem

Keine Zeit, das selbst umzusetzen? Wir machen das für Sie, zum Festpreis und komplett online.

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Rechtstexte und Pflichten

Onlinehandel hat in Deutschland viele rechtliche Anforderungen: Impressum, Datenschutzerklärung, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Widerrufsbelehrung, Preisangaben, Bestellprozess und mehr. Fehler können zu Abmahnungen führen.

  • Rechtstexte nicht selbst zusammenkopieren, sondern über einen Anwalt oder einen spezialisierten Rechtstexte-Dienst beziehen
  • Automatische Aktualisierung nutzen, wenn der Anbieter sie anbietet
  • Bestellprozess prüfen lassen: Schaltflächen, Preisangaben, Versandinformationen
  • Produktspezifische Pflichten klären, etwa bei Lebensmitteln, Kosmetik, Elektrogeräten oder Textilien
  • Verpackungsregistrierung und ähnliche Pflichten für Versandhändler prüfen

MEDIAFELD leistet keine Rechtsberatung und ist keine Kanzlei. Wir binden die Texte technisch ein, die inhaltliche Prüfung liegt bei Anwalt oder Partner. Mehr unter Hosting, Domain und Recht.

Barrierefreiheit und BFSG

Seit dem 28.06.2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es betrifft unter anderem viele Onlineshops, die sich an Verbraucher richten. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Ob und wie das Gesetz für Ihren Shop gilt, klären Sie bitte mit einem Anwalt, MEDIAFELD leistet keine Rechtsberatung.

Unabhängig von der Pflicht verbessert Barrierefreiheit Ihren Shop für alle Kunden:

  • Ausreichende Kontraste und gut lesbare Schriftgrößen
  • Bedienung per Tastatur, auch im Warenkorb und an der Kasse
  • Alternativtexte für Produktbilder
  • Verständliche Formulare mit klaren Fehlermeldungen
  • Barrierefreiheitserklärung vorbereiten, falls Sie dazu verpflichtet sind

Mehr Hintergrund im Ratgeber Barrierefreiheit und BFSG.

Produktdaten und Bilder

Im Laden kann der Kunde das Produkt anfassen. Im Shop hat er nur Ihre Texte und Bilder. Gute Produktdaten verkaufen und senken Retouren. Gleichzeitig ist die Pflege der Produktdaten meist der größte Zeitaufwand beim Shopstart, deutlich größer als die Technik.

  • Eigene Produkttexte statt Herstellerbeschreibungen, die auf hundert anderen Shops stehen
  • Alle Kaufentscheidungs-Infos: Maße, Material, Gewicht, Pflege, Lieferumfang
  • Einheitliche Datenstruktur: Artikelnummern, Varianten, Kategorien, Filtermerkmale
  • Mehrere Bilder pro Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln, im gleichen Stil
  • Neutraler Hintergrund für Übersichten, Anwendungsfotos für die Detailseite
  • Bilder optimieren: passende Größe, komprimiert, mit sprechenden Dateinamen
  • Produktdaten als Tabelle vorbereiten, das spart beim Import viel Zeit

Wenn Sie professionelle Produktfotos brauchen, hilft Foto, Video und Multimedia.

Ladezeit und Tests vor dem Start

Ein langsamer Shop verliert Kunden an der Kasse. Testen Sie vor dem Start jeden Schritt so, als wären Sie ein Kunde.

  • Ladezeit messen, vor allem auf Kategorieseiten mit vielen Bildern
  • Nur nötige Erweiterungen installieren, jede App kostet Geschwindigkeit
  • Testbestellungen mit jeder Zahlungsart durchführen
  • Bestätigungsmails prüfen: Inhalt, Absender, Rechnung, Spam-Ordner
  • Mobil kaufen, von der Produktsuche bis zur Bezahlung
  • Gutscheine, Rabatte und Versandregeln mit echten Beispielen durchspielen

Bitten Sie zusätzlich zwei oder drei Personen aus Ihrem Umfeld, eine Bestellung ohne Ihre Hilfe aufzugeben. Wo sie zögern oder nachfragen, stolpern später auch echte Kunden. Planen Sie nach dem Start feste Termine für Updates und Sicherungen ein, denn ein Shop ist nie ganz fertig.

Marketing: Wie Kunden Ihren Shop finden

Ein neuer Shop hat am ersten Tag keine Besucher. Planen Sie die Sichtbarkeit von Anfang an mit ein, auch im Budget. Suchmaschinenoptimierung wirkt mittelfristig, Anzeigen bringen schneller Besucher, kosten aber laufend Geld. Viele Shops kombinieren beides: Anzeigen für den Start, SEO für den langfristigen Aufbau.

  • SEO für Kategorie- und Produktseiten: eigene Titel, Beschreibungen, Texte
  • Google Merchant Center einrichten, damit Produkte in Google Shopping erscheinen können
  • Bezahlte Anzeigen bei Google oder Meta für einen schnellen Start testen
  • Newsletter mit sauberer Einwilligung aufbauen
  • Bewertungen sammeln nach jedem Kauf
  • Bestehende Kunden informieren, wenn Sie bereits einen Laden oder Social-Media-Kanäle haben

Mehr dazu unter Google und Meta Ads. Was ein Shop bei uns kostet, steht auf der Preisseite.

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Das hängt von Sortiment, Budget und Ihren Abläufen ab. WooCommerce passt gut, wenn Sie schon WordPress nutzen, Shopify, wenn Sie sich nicht um Technik kümmern wollen, Shopware oder JTL bei größeren Sortimenten und Warenwirtschaft. Eine kurze Beratung vor der Entscheidung spart später teure Umzüge.

Welche Rechtstexte braucht ein Onlineshop?

In der Regel unter anderem Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung, je nach Produkten auch mehr. MEDIAFELD leistet keine Rechtsberatung. Beziehen Sie die Texte über einen Anwalt oder einen spezialisierten Dienst, idealerweise mit automatischer Aktualisierung.

Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für meinen Shop?

Seit dem 28.06.2025 betrifft das BFSG viele Onlineshops, die an Verbraucher verkaufen. Es gibt Ausnahmen, etwa für Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen. Ob Ihr Shop betroffen ist, klären Sie bitte mit einem Anwalt.

Welche Zahlungsarten sollte ich anbieten?

Mindestens die Zahlungsarten, die Ihre Zielgruppe gewohnt ist. In Deutschland sind das häufig PayPal, Kreditkarte und Kauf auf Rechnung. Achten Sie auf Gebühren und darauf, wie schnell das Geld auf Ihrem Konto ist.

Wie lange dauert es, einen Onlineshop aufzubauen?

Das hängt vor allem davon ab, wie schnell Produktdaten, Bilder und Rechtstexte vorliegen. Die Technik ist oft schneller fertig als die Inhalte. Wer seine Produktdaten vorab als Tabelle vorbereitet, spart viel Zeit.

Kann ich meinen Shop später auf ein anderes System umziehen?

Ja, das ist möglich, aber aufwendig. Produkte, Kunden, Bestellungen und URLs müssen übertragen werden, dazu kommen Weiterleitungen für Google. Deshalb lohnt es sich, das System von Anfang an mit Blick auf die nächsten Jahre zu wählen.

Noch etwas unklar? Wir antworten meist innerhalb weniger Stunden.

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